Success-Story: Individuell angepasste Implantate aus 3D-Druck versprechen neue Ära regenerativer Medizin

Das Projekt setzt auf den kombinierten Einsatz ausgewählter Biomaterialen und additiver Fertigungstechnik.

Aus Biomaterialien hergestellte Implantate, die mit modernsten Fertigungsmethoden im 3D-Druck exakt auf individuelle Bedürfnisse der Betroffenen angepasst werden: Das ist das Ziel des europäischen Forschungsprojekts INKplant, um regenerative Medizin auf ein neues Level zu heben. Das Projekt wird mit Mitteln aus dem EU-Programm Horizon 2020 gefördert und vom Produktionsforschungsinstitut Profactor in Steyr koordiniert.

 

Im 3D-Druck produzierte Kieferimplantate (Zahnreihen). Foto: Stratasys

Foto: Stratasys

 

Der Kontext

Chronische Gelenkschäden und Defekte im Mund- und Kieferbereich bedeuten für Betroffene eine stark geminderte Lebensqualität. Die dazu derzeit in der Therapie eingesetzten medizinischen Implantate stehen meist nur in Standardformen aus anorganischen, nicht resorbierbaren Materialien zur Verfügung und erfordern hochinvasive chirurgische Eingriffe und lange Rehabilitationszeiten. In einer alternden Gesellschaft führt dies auch zu stetig steigender Kostenbelastung im Gesundheitswessen.

Das Forschungsprojekt INKplant entwickelt einen radikal neuen Ansatz, der die regenerative Medizin auf ein neues, effizienteres Niveau heben soll. Durch die Verwendung von Biomaterialien und die Anwendung additiver Fertigungsmethoden wird die Herstellung individuell angepasster Implantate mit hoher Biokompatibilität ermöglicht. Ergebnisse von INKplant sollen eine leistbare personalisierte medizinische Behandlung und eine wesentliche Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen sein.

Das Projekt

Die zu entwickelnden Implantate sollen das biologische und mechanische Verhalten des menschlichen Hart- und Weichgewebes nachahmen. Die dafür eingesetzten Kombinationen von biokompatiblen und biologisch abbaubaren Materialien müssen in Härte, Elastizität und Porosität den Anforderungen des jeweiligen Körperteils entsprechen und dem Implantat eine stabile Verankerung und rasches Einheilen ins Gewebe erlauben. Dadurch soll die Invasivität chirurgischer Eingriffe und die Gefahr möglicher Komplikationen verringert, die Rehabilitationszeiten verkürzt und damit die Gesundheitskosten deutlich gesenkt werden.

Für die Herstellung individuell angepasster Implantate werden hochauflösende additive Fertigungstechnologien angewandt und weiterentwickelt. „Der 3D-Drucker erhält die individuellen Daten der Patient:innen aus herkömmlichen bildgebenden Diagnoseverfahren der Medizin. Mit Softwarealgorithmen wird die perfekte Geometrie und der optimale innere Aufbau des Implantats errechnet“, erklärt Projektkoordinatorin Sandra Haas. Ein wesentlicher Schritt ist die Weiterentwicklung der Biomaterialien zu Tinten für das 3D Inkjet-System, welches es dann ermöglicht, hochauflösende 3D-Strukturen zu drucken.

Neben der Entwicklung dieses Herstellungsprozesses wird im Projekt auch die Anwendung der Implantate an vier Beispielsfällen erprobt: an Defekten des Meniskus und an Knochen- oder Knorpelverletzungen im Knie, an Gaumendefekten und in der zahnmedizinischen und oralen Rehabilitation.

Das Konsortium

Profactor koordiniert das Projekt, an dem 19 Partner aus Industrie und Forschung, die aus acht Ländern kommen, zusammenarbeiten:

Die Partner:

Profactor, Österreich
Stratasys, Israel
Lithoz, Österreich
Fluidinova, Portugal
3D Matrix Europe, Frankreich
Luxinergy, Österreich
Elkem Silicones, Frankreich
Tiger Coatings, Österreich
Universidad Politecnica de Madrid, Spanien
Johannes Kepler Universität Linz, Österreich
Kepler Universitätsklinikum GmbH, Österreich
Biomed Center Innovation gGmbH, Deutschland
Ludwig Boltzmann Gesellschaft, Österreich
Medizinische Universität Wien, Österreich
Charité Universitätsmedizin Berlin, Deutschland
Transtissue Technologies GmbH, Deutschland
Biotechnology Institute, Spanien
Universitair Medisch Centrum Utrecht, Niederlande
Asociacion Espanola de Normalizacion, Spanien

Die Rolle der österreichischen Partner

Profactor: Entwicklung von Bio-Inkjet-Tinten, Druck- und Härtungsprozessen und des 5-Achs-3D-multimaterial Inkjet Druckers
Lithoz: Lithography-Based Ceramic Manufacturing Prozesse für bi-material Keramik
Luxinergy: Biologisch abbaubare Polymere für Inkjet
Tiger Coatings: Hochskalierung der Tinten, Charakterisierung und Qualitätssicherung für CE-Zertifizierung
Johannes Kepler Universität ICP: Biologisch abbaubare Polyphosphaze-Polymere für Inkjet, Charakterisierung der Biodegradierbarkeit der Tinten
Johannes Kepler Universität IPPE: Testen der biomechanischen Eigenschaften von Materialien/Designs
Kepler Universitätsklinikum: Expertise für Use Cases und in-vivo Tests
Ludwig Boltzmann Gesellschaft: Biokompatibilitätstests, in-vivo Tests
Medizinische Universität Wien: Modellierung von biomechanischen und Gewebeintegrationseigenschaften, Entwicklung von Druckdateien

Der Mehrwert eines EU-Projekts

Sandra Haas, Projektkoordinatorin INKplant

Sandra Haas, Stellvertretende Projektkoordinatorin INKplant
Foto: Sandra Haas

„Das Besondere an einem EU Projekt ist neben der engen länderübergreifenden Kooperation auch die Involvierung eines externen Expertengremiums und der starke Fokus auf „Open Innovations“, erklärt Sandra Haas, stellvertretende Projektleiterin von INKplant.

„Das Konsortium besteht aus sehr erfahrenen Experten in sämtlichen Bereichen, von der Entwicklung über die Produktion bis zur Zertifizierung und Anwendung der neuen Implantate. Dadurch ist wertvolles Wissen im Gremium vorhanden, das dank des unglaublichen Enthusiasmus aller Partner für das Projekt und die Projektidee proaktiv ausgetauscht wird und zu neuen Erkenntnissen und Ideen führt. Die externen Experten und „Open Innovations“ Aktivitäten ermöglichen hier nochmals neue Blickwinkel auf einzelne Bereiche der Entwicklung und Lösungsansätze für neue, während der Forschungsarbeit auftretende Herausforderungen zu finden.“

 

Kontakt FFG

Dr. Stefan Köstner

Dr. Stefan Köstner

T +43 5 7755 4306
stefan.koestner@nullffg.at

Fact Box

Projekttitel: INKplant

Förderprogramm: Horizon 2020
Förderlinie: LEIT NMP
Projekttyp: RIA

Projektkosten: 5,99 Mio. €
davon EU-Förderung: 5,99 Mio. €

Projektstart: 1. Jänner 2021
Projektende: 31. Dezember 2023

Projektkoordinator: Profactor GmbH
Koordinatorin: Elena Guillen (dzt. in Karenz)
Stv. Koordinatorin: Sandra Haas
e-mail: info@nullinkplant.eu, sandra.haas@nullprofactor.at
Tel.: Sandra Haas: +43 7252/885-411

Weitere österreichische Projektpartner:
Lithoz GmbH
Luxinergy GmbH
Tiger Coatings
Johannes Kepler Universität Linz
Kepler Universitätsklinikum GmbH
Ludwig Boltzmann Gesellschaft
Österreichische Vereinigung zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung
Medizinische Universität Wien

Projektwebsite: https://www.inkplant.eu/

Weitere Infos: https://www.profactor.at/forschung/additive-mikronano-fertigung/additiver-inkjet-druck/projekte/inkplant-ec-h2020/

 

Based on own publications from the last years and several funded projects Michael Mühlberger, Senior Scientist in the Functional Surfaces and Nanostructures Group at PROFACTOR, wrote a review paper on “Nanoimprinting of Biomimetic Nanostructures”, which was now published in nanomanufacturing (Nanomanufacturing 2022, 2(1), 17-40).

Find the article here: https://www.mdpi.com/2673-687X/2/1/2

The open access paper provides an overview of different fields of applications where biomimetic nanostructures were replicated using nanoimprinting. Application areas like optics, friction modification, life sciences are discussed and the state of the art of Nanoimprinting of bio-inspired structures is presented.

 

DI Dr. Michael Mühlberger
Functional Surfaces and Nanostructures
Senior Scientist
Tel.: +43 (0)7252 885-253
Fax: +43 (0)7252 885-101
E-Mail

 

 

Technology Trends

Der Chip Scale Review, eine der weltweit führenden Fachzeitschriften für den Halbleiterbereich, hat in seiner Jänner/Februar Ausgabe einen Artikel unseres  Head of Functional Surfaces and Nanostructures, Dr. Leo Schranzhofer, veröffentlicht.

Der Artikel steht in Zusammenhang mit dem EU geförderten TINKER Projekt und ist in Kooperation mit den Konsortialpartner*innen Dr. Martin Eibelhuber (Deputy Head of Business Development, EV Group, Austria) und Martina Chopart, MSc (EU Project Manager, AMIRES s.r.o.) entstanden.

Shrinking RADAR and LiDAR sensor packages – an introction to TINKER
<- Artikel auf Seite 11+12

 

 

Bei Fragen kontaktieren Sie bitte:

Dr. Leo Schranzhofer
Head of Functional Surfaces and Nanostructures
Tel.: +43 (0)7252 885-429
Fax: +43 (0)7252 885-101
E-Mail

Am 7. Juli 2021 lud PROFACTOR in Kooperation mit GMAR zum TIN Tech & Trend Dialogue über Artificial Intelligence am Bodensee in Deutschland ein. Die „Bodenseegespräche“ waren eine großartige Gelegenheit, politische Akteure, Forscher und Industrievertreter zusammenzubringen um über wichtige Themen der künstlichen Intelligenz in Verbindung mit Automatisierung & Robotik, Nachhaltigkeit, Energie und Robotik zu diskutieren.

Die „Bodenseegespräche“ gliederten sich in drei Hauptteile ein. In der ersten Phase des Tages wurden mehrere Reden und Präsentationen zu „Disruption in the Construction Industry“, „Robotics in Construction & EU Project CONCERT“ und „With Artificial Intelligence to an efficient sustainable Human-Robot-Collaboration in production“ gehalten. Abgerundet wurde der Vormittag von Nico Riemann von der Bayrischen Forschungsallianz und seinem Vortrag zum Thema „Digitalization and Sustainability: European Funding of Automation, AI & Robotics“.

Nach dem sehr umfassenden und intensiven Vormittag, welcher Inputs zu Status-Quo-Technologien und allen Möglichkeiten zur Gestaltung der zukünftigen Industrien & Wirtschaft Zentraleuropas lieferte, wurde der zweite Teil in zwei Round-Table-Diskussionen organisiert, die von PROFACTOR und JOANNEUM RESEARCH ROBOTICS moderiert wurden, „Nachhaltige Produktion“ und „Die Demokratisierung der Künstlichen Intelligenz“. Dies gab uns die Chance, neue Trends, aber auch große Fragezeichen zu erkennen, die es uns ermöglichen, weiter zu forschen und die Zukunft zu entwickeln.

Höhepunkte der letzten Session war schließlich die vom Österreichischen Verband für Elektrotechnik geleitete Diskussion zum Thema „Die Rolle von Netzwerken für eine nachhaltige Produktion“ und die Outdoor-Performance der Mattro GmbH.

 

Nähere Informationen zu CEUP 2030 Projekt finden Sie auf der Projekt-Homepage: CEUP 2030 – Interreg (interreg-central.eu)

Des Weiteren können Sie die Präsentationen aller Referenten unter dem folgendem Link herunterladen: Presentations_Lake_Constance_Talks

Nach erfolgreichem Abschluss des ersten Open Calls wurden im Juni 2021 10 Projekte im Wert von (knapp über) 1 Mio. € vergeben.

Diese Woche startet die zweite offene Ausschreibung mit verfügbaren Mitteln in Höhe von 2,2 Millionen Euro (die Ausschreibung endet am 1. Oktober 2021 um 17:00 Uhr MEZ).

 

Nähere Infos finden Sie hier: ZDMP Newsletter_OpenCalls / ZDMP Promo Pack Open Call 2

 

Projektbewerbern wird folgendes geboten:

  • Förderung zwischen 50 und 150.000 € für jedes Projekt
  • Projektergebnisse können in Ihrem gesamten Unternehmen genutzt werden (mit einigen Einschränkungen). ZDMP nimmt kein Eigenkapital
  • Zwischen 15-20 KMU/Start-ups werden ausgewählt, um sich am Gesamtzuschusspool von 2,2 Mio. EUR für den Call 2 zu beteiligen
  • Die Möglichkeit, neue Vernetzungen mit Unternehmen im Bereich Industrie 4.0 aufzubauen
  • Zugang zu einem neuen Vertriebskanal über den ZDMP Marketplace
  • Unterstützung während des gesamten Bewerbungsprozesses.

 

Projekte können virtuell durchgeführt werden, sodass Unternehmen von überall in der EU, dem Vereinigten Königreich und assoziierten Ländern teilnehmen können, und Bewerbungen von Technologie-KMU und -Herstellern sind willkommen.

 

Bewerber werden gebeten, sich für Teilprojekte in den folgenden 3 Bereichen zu bewerben:

  • Entwicklung
    • von Teilprojekten für die Entwicklung von: Design-Time / Run-Time digitaler Fertigungsanwendungen, Komponenten und Dienstleistungen; neue Lösungen für KI/Maschinelles Lernen und neue Algorithmen; Entwicklung/Erweiterung von ZDMP-Anwendungen und -Diensten in neue Domänen.
  • Integration
    • von Teilprojekten zur Verbesserung des ZDMP-Ökosystems durch Integration vorhandener Anwendungen, Komponenten und/oder Plattformen von Drittanbietern oder Integration von ZDMP-Anwendungen oder -Komponenten in Prozesse von Drittanbietern in neuen Domänen.
  • Validierung
    • von Teilprojekten für Funktions-, Szenario- und technische Validierungen und/oder Leistungs- oder Gebrauchstauglichkeitstests von ZDMP-Anwendungen (zApps) und Komponenten in ‚realen‘ Fertigungskontexten.

Am 10.06. und 11.06.2021 veranstaltete PROFACTOR in Kooperation mit GMAR das TIN Tech & Trend Dialogue Meeting über Robotik & Automatisierung im „Haus der Ingenieure“ in Wien beim Austrian Robotics Workshop 2021.

Im Fokus der diesjährigen Veranstaltung stand die Sensorik in Robotersystemen. Wilfried Kubinger vom FH Technikum Wien betonte die Bedeutung dieser Technologie und die zukünftigen Trends in der Robotik und Automatisierung. Sebastian Schlund von der TU Wien startete den Tag mit einem Vortrag zum Thema „Democratization of Industrial Cobot Technology“ gefolgt von mehreren Vorträgen zur mobilen Robotik.

Stephan Weiss von der AAU Klagenfurt leitete den zweiten Teil des ersten Tages zum Thema Sensorik mit einem Vortrag über „Multi-Sensor Fusion for Resilient State Estimation“ ein. Ihm folgten mehrere Vorträge über dynamische Sensoren für Robotersysteme.

Der erste Tag endete mit Präsentationen studentischer Arbeiten in Themengebieten der Robotik und einer offenen Diskussionsrunde über „Meeting High Potentials“, die allen Teilnehmern die Möglichkeit zum Informationsaustausch mit Forschern, Entwicklern und Vertretern der Industrie bot.

Höhepunkte des zweiten Tages waren der Vortrag von Christina Olaverri-Monreal von der JKU Linz zum Thema „Robots in Intelligent Transportation Systems“ und die „Best Paper Awards“, die an die besten studentischen Arbeiten verliehen wurden.

Weitere Informationen zum CEUP 2030 Projekt finden Sie hier: CEUP 2030 – Interreg (interreg-central.eu)

 

Fristverlängerung bis 31.10.2021

 

ZWECK UND ZIEL DER AUSSCHREIBUNG

 

Ziel der Ausschreibung ist es, innovative Lösungen für KMUs zu realisieren. Dies soll mittels eines überregionalen Dienstleistungspakets getestet werden, welche kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) sowie Start-ups bei der Anwendung digitaler Lösungen unterstützt und damit beim digitalen Wandel in der grenzüberschreitenden Region mitwirkt.

 

Nähere Details dazu finden Sie hier: https://www.interreg-athu.eu/improve/projektnews/digicall/

Kontakt: Dipl. Ing. Christian Wögerer, MAS MSc, PROFACTOR

 

 

 

Knochenersatz für kieferchirurgische Eingriffe, ein Meniskusersatz oder Gewebe zur Schließung einer Gaumenspalte – all das könnte in Zukunft aus dem 3D-Drucker kommen. PROFACTOR koordiniert ein mit sechs Millionen Euro dotiertes EU-Projekt rund um neuartige Biomaterialien, die mittels modernster 3D-Druckmethoden zu resorbierbaren Implantaten verarbeitet werden. Das Ziel des Projekts: eine Reduzierung von massivinvasiven Operationen, kürzere Rehabilitationszeiten und perfekte an das Individuum angepasste „Ersatzteile“.

 

Links:

INKPLANT (EC-H2020) | PROFACTOR.at

www.inkplant.eu

@INKplantEU | Twitter

www.linkedin.com/company/inkplanteu

Our proposal INKplant is one of the projects selected by the EC within the call NMBP-21-20-Biological scaffolds for tissue regeneration and repair.

19 partners coordinated by PROFACTOR ready to change the future of regenerative medicine by 3D printed implants. Looking forward to start this exciting adventure together!

INKplant’s concept: from medical imaging to optimized patient-specific biological scaffolds