TINKER
Projektbeschreibung
Autonomes Fahren und hochentwickelte Fahrerassistenzsysteme (ADAS) sind ohne leistungsfähige Mikroelektronik und Sensorsysteme – insbesondere RADAR- und LiDAR-Sensoren – undenkbar. Die Nachfrage nach diesen Schlüsseltechnologien wächst rasant; allein der Automotive-LiDAR-Markt soll sich innerhalb weniger Jahre verdoppeln. Gleichzeitig steigt der Druck, Sensorpakete immer weiter zu miniaturisieren und so in Karosserieelemente wie Stoßfänger, Kühlergrill sowie Front- und Heckleuchten integrieren zu können, statt sie sichtbar auf dem Fahrzeug zu montieren.
Da Sicherheit im Automobilsektor oberste Priorität hat, werden hochpräzise, zuverlässige und energieeffiziente RADAR- und LiDAR-Systeme benötigt. Aktuelle Limitierungen sind jedoch die vergleichsweise große Bauform, das Gewicht und der Energieverbrauch der Sensoren – kritische Faktoren im Fahrzeugdesign. Hier setzt TINKER – Fabrication of Sensor Packages enabled by Additive Manufacturing an: Das Projekt entwickelt neue, additiv gefertigte Sensorpakete, die kompakter, leichter, ressourceneffizienter und kostengünstig herstellbar sind und damit den Weg für die nächste Generation integrierter Sensorik im Fahrzeug ebnen.
Projektziele und technische Innovation
Ziel von TINKER ist die Entwicklung eines neuen, zuverlässigen, präzisen und wirtschaftlichen Fertigungswegs für RADAR- und LiDAR-Sensorpakete auf Basis Additiver Fertigung. Kern des Projekts sind zwei Hauptziele: (1) die Etablierung der modularen TINKER-Plattform als flexible AM-Fertigungsumgebung und (2) die prototypische Herstellung miniaturisierter RADAR- und LiDAR-Sensorpakete als industrielle Use Cases.
Technisch innovativ ist der Einsatz von Nanoimprint-Lithografie (NIL) und weiteren AM-Technologien als disruptive, hochflexible Fertigungs- und Montageverfahren für Mikroteile. Die TINKER-Pilotlinie erlaubt die präzise Strukturierung und Integration elektronischer und optischer Komponenten in kompakten Sensorpackages, reduziert Materialeinsatz und Prozessschritte und ermöglicht eine hohe Automatisierung. Dank ihres modularen Aufbaus kann die Plattform an unterschiedliche Designs und Stückzahlen angepasst werden und unterstützt so die Transformation der europäischen Mikroelektronik- und Automobilindustrie hin zu digitalisierten, ressourceneffizienten Produktionsprozessen.
Miniaturisierte Sensorpakete: Vorteile für Automobilindustrie, Produktion und F&E
- Für Fahrzeughersteller & Zulieferer: Kleinere, leichtere und energieeffizientere RADAR- und LiDAR-Sensorpakete erleichtern die Integration in Fahrzeugkarosserien, verbessern Designfreiheit und unterstützen sichere ADAS- und autonome Fahrfunktionen.
- Für die Produktion: Additive Fertigung und NIL-basierte Prozesse verkürzen Produktionszeiten, erhöhen den Automatisierungsgrad, verbessern Präzision und senken Ausschussraten – bei gleichzeitiger Ressourceneffizienz.
- Für Forschung & Industrie 4.0: TINKER erweitert das Spektrum verfügbarer Mikroelektronik- und Miniaturisierungslösungen und generiert neues Know-how für KMU und F&E-Partner. Das paneuropäische Konsortium aus führenden Industrieunternehmen, Forschungseinrichtungen und Dienstleistern stärkt Europas Spitzenposition in der Mikroelektronikfertigung und im Bereich additiver Hochtechnologieprozesse
