Am 27. und 28. September fand im Museum Arbeitswelt in Steyr  mittlerweile vierten Mal das Symposium Add+it statt. Rund 100 Teilnehmer aus Industrie und Wissenschaft tauschten sich auf höchstem Niveau zum Thema Additive Fertigung und dem 3D-Druck von Kunststoffen aus.

 

Das Format mit einer Mischung aus Vorträgen im Plenum und vertiefenden Sessions in kleineren Gruppen hat sich bewährt. Der Teilnehmer Mix aus Wissenschaft und Industrie war wieder sehr ausgewogen, das zeigt, dass wir die Veranstaltung richtig gewichten. B2B-Meetings vor der Veranstaltung haben den Austausch noch weiter angeregt.

 

Das Symposium wird sich  weiterhin auf den 3D Druck von Kunstoffen beschränken. Der Informationsgrad und die Informiertheit ist auch bei den Teilnehmern aus der Praxis sehr hoch. Die einzige Überlegung ist: wie können wir zusätzlich zum Symposium auf höchstem Standard Personen aus der zusätzlich Industrie einbinden, die sich zum Thema und den Möglichkeiten erstmals informieren wollen.

 

 

4 Millionen Euro Projekt gemeinsam mit FACC, voestalpine Böhler Aerospace und Centro Ricerche Fiat

STEYR. Das Forschungsunternehmen PROFACTOR hat das dreijährige EU-Forschungsprojekt SPIRIT an Land gezogen. Gemeinsam mit acht Partnern aus Wissenschaft und Industrie, unter anderem mit FACC, voestalpine Böhler Aerospace und Centro Ricerche Fiat soll eine neue Generation von Inspektionsrobotern entstehen. Sie sollen in der Industrie für völlig unterschiedliche Inspektionsaufgaben eingesetzt werden können – und zwar ohne Programmierung.

„Das Ziel des Projekts ist klar: weg vom zeitaufwendigen und teuren Programmieren, hin zum einfachen Konfigurieren einer Aufgabe für die Maschine“, sagt Christian Eitzinger. Er leitet die Abteilung Machine Vision bei PROFACTOR. Das Unternehmen hat langjährige Erfahrung sowohl mit industrieller Bildverarbeitung zur Qualitätskontrolle als auch mit Robotik. In den letzten Jahren widmete sich PROFACTOR der Verknüpfung von Inspektion und Robotik. Unter anderem im Projekt Thermobot, in dem zum Beispiel Kurbelwellen robotisch inspiziert werden. Die Herausforderung bei Bauteilen mit komplexen Geometrien ist die Pfadplanung für den Roboter. Er muss den Sensor so führen, dass die gesamte Oberfläche des Bauteils erfasst wird.

Pfadplanung von Technologie abhängig

Die Pfadplanung ist auch in hohem Maße von der eingesetzten Sensorik abhängig. Eitzinger: „Bei der Wärmefluss-Thermographie ist eine zeitliche Verzögerung essenziell, bei Röntgentechnologien ist das irrelevant, dafür müssen hier wieder völlig andere Voraussetzungen für den sensorführenden Roboter berücksichtigt werden als etwa bei Kameras zur Oberflächeninspektion.“

SPIRIT hat „Universalmaschine“ im Fokus

Im Projekt SPIRIT soll ein Roboter entstehen, der mit unterschiedlichsten Inspektionssystemen bestückt werden kann: Kameras zur Oberflächenkontrolle, Wärmebildkameras für Rissprüfungen, Röntgensensoren, 3D-Sensoren zur Vollständigkeitskontrolle. Eitzinger: „Wir entwickeln die Software, die dem Roboter eine automatische Pfadplanung für jede dieser unterschiedlichen Prüfaufgaben ermöglicht.“ Das System wird lediglich mit den CAD-Daten der Arbeitszelle – um Kollisionen zu vermeiden – und dem CAD-Modell des Bauteils gespeist und berechnet automatisch und je nach Sensorik und Prüfaufgabe den Pfad für den Roboter.“

Beim Industriepartner Centro Ricerche Fiat darf sich das Bauteil während der Prüfung sogar bewegen. Im konkreten Fall ist das ein Motor am Band, bei dem eine 3D-Vollständigkeitskontrolle prüft, ob Stecker, Kabel und Schläuche ordnungsgemäß und vollzählig montiert wurden.

Reaktive Pfadplanung

Zusätzlich soll das System mittels reaktiver Pfadplanung in Echtzeit auf nötige Optimierungen reagieren können. Das ist bei Abweichungen des CAD-Modells vom tatsächlichen Bauteil – etwa durch Verformungen – der Fall. Darunter fällt auch die Optimierung der Sensorposition – zum Beispiel bei der Röntgenprüfung von Wabenstrukturen oder ähnlichem im Inneren eines Bauteils.

Interessante Technologie für KMU

Die Industriepartner in dem Forschungsprojekt sind zwar namhafte Konzerne, das System soll letztlich jenen – auch kleinen und mittleren – Unternehmen zu Gute kommen, die sich Automatisierung wegen kleiner Losgrößen und der bislang oft noch teuren Programmierung von Robotern nicht leisten können.

Projektdaten

Akronym: SPIRIT

Titel: A software framework for the efficient setup of industrial inspection robots

Projektpartner:

Profactor GmbH

IT+Robotics SRL

Marposs S.pA.

InfraTec Infrarotmeßtechnik GmbH

Università Degli Studi di Padova

Centro Ricerche FIAT SCPA

voestalpine BÖHLER aerospace GmbH & Co KG

FACC Operations GmbH

 

Laufzeit: 01.01.2018 – 28.02.2021

Projektbudget: 3,732 M€

Webseite: http://spirit-h2020.eu/

 

Das Projekt SPIRIT wird gefördert durch die Europäische Union im Forschungsrahmenprogramm Horizon 2020 unter Grant.No. 779431.

 

Die Antragstellung für das Projekt wurde unterstützt durch das Land OÖ im Rahmen von „Expanding Horizon“

 

Digitalisierung und Industrie 4.0 bieten enorme Chancen, bringen aber auch Herausforderungen mit sich. Die Industrie fordert Innovationspartner, die sie kompetent und ganzheitlich auf diesem Weg begleiten. Mit der Zusammenarbeit von der in Steyr ansässigen Forschungsschmiede PROFACTOR GmbH, AIT Austrian Institute of Technology GmbH und Upper Austrian Research GmbH (UAR) wird dieser Forderung Rechnung getragen.

 

Steyr, 19.06.2018. Zwischen den Forschungsunternehmen AIT und PROFACTOR bestehen große Synergien – sowohl im Hinblick auf das Lösungsspektrum als auch die Kundenstruktur. Eine langfristige und strategische Zusammenarbeit erlaubt, das zugrundeliegende Potenzial zu heben. Dadurch kann das Forschungsportfolio noch intensiver an den Bedürfnissen der Industrie ausgerichtet und ein entsprechend gesamtheitliches Lösungsspektrum angeboten werden. Das AIT als Österreichs größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung hält nun 51 Prozent der Anteile an der Steyrer Forschungsschmiede PROFACTOR und ist damit gemeinsam mit der Forschungsleitgesellschaft des Landes OÖ, der UAR, Eigentümer des Unternehmens.

 

Wettbewerbsvorteile bundesländerübergreifend ausbauen

Wir müssen als Innovationsstandort auf internationaler Ebene unseren entscheidenden Wettbewerbsvorteil weiter ausbauen. Diesen gilt es auch langfristig zu halten. Dafür braucht es ein tragfähiges und interdisziplinäres Forschungsnetzwerk – auch über die Bundesländergrenzen hinweg“, betont Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Michael Strugl, MBA die Zusammenarbeit zwischen den Forschungsunternehmen und dankt zugleich der UAR, der Forschungsleitgesellschaft des Landes OÖ, für die professionelle Begleitung im Prozess. Dr. Hannes Androsch, Aufsichtsratsvorsitzender des AIT: „PROFACTOR und AIT haben in den relevanten Themenfeldern gemeinsame Kunden und verfügen nunmehr über sich gegenseitig ergänzendes Forschungsportfolio. Eine enge Zusammenarbeit wird daher vom Start weg die Potenziale heben, woraus sich eine starke Win-Win Situation am Markt ergibt.“

 

Industrie fordert kompetente Lösungspartner

Mit über 20 Jahren Forschungskompetenz in der Industrie setzt PROFACTOR auf zwei Schwerpunkte: Industrielle Assistenzsysteme und Additive Mikro-/Nano-Fertigung. Mit den Themen Bildverarbeitung, Digitalisierung und flexible Robotik dockt PROFACTOR in synergetischer Weise an das AIT an. Durch die Zusammenarbeit ergibt sich ein breites und gesamtheitliches Lösungsspektrum. Dies wird stark von der Industrie nachgefragt und gefordert.

Standort Steyr wird Forschungsknotenpunkt

In zukunftsweisenden Kompetenzfeldern soll am Standort Steyr weiter investiert werden, um gemeinsam in strategischen Bereichen in die internationale Top-Liga vorzudringen. Die Region Steyr soll zu einem international sichtbaren Forschungsknotenpunkt im Bereich Automatisierung und Assistenzsysteme ausgebaut werden. Die Unternehmen haben einige gemeinsame Kunden – grundsätzlich ergibt sich aber ein sehr ergänzendes Bild. Beide Partner profitieren von der Erweiterung ihres Firmennetzwerks. Mit der AIT-Tochter am Standort Oberösterreich, dem LKR Leichtmetallkompetenzzentrum Ranshofen, besteht bereits eine solide Achse zwischen Wien und Oberösterreich. Durch die Zusammenarbeit mit PROFACTOR etabliert das AIT eine weitere Schnittstelle zu Österreichs industriestärkster Region.

 

Vernetzung der Top-Player 

Mit der angekündigten Auflösung der Vereinigung zur Förderung der Modernisierung der Produktionstechnologie in Österreich (VPTÖ) – ehemalige Miteigentümerin der PROFACTOR – brachte die UAR in einem Strategieprozess die Zusammenarbeit ins Rollen. „Daraus ergibt sich für PROFACTOR auch eine nahe Anbindung an das Institut für Automatisierungs und Regelungstechnik (ACIN) der TU Wien, mit dem das AIT seit 2016 eine Kooperation pflegt. Unter dem Motto ‚Vom Sensor zur Entscheidung‘ deckt das ACIN ein breites wissenschaftliches Spektrum für die ‚Fabrik der Zukunft‘ ab. Das Institut zählt zu den international herausragenden universitären Forschungseinrichtungen im Themengebiet“, erläutert Androsch. Geleitet wird es von Univ.-Prof. Dr. Andreas Kugi, der in seiner Funktion als Vorstandsmitglied der VPTÖ das Unternehmen bereits strategisch begleitet hat. Mit seiner Expertise wird Kugi in dieser Konstellation weiterhin zur Ausrichtung des Unternehmens beitragen. Durch die Vernetzung dieser Top-Player und die Bündelung der Forschungsaktivitäten werden auch neue, industrierelevante Themen und Projekte entstehen.

 

Internationale Sichtbarkeit wird erhöht

„Steyr soll künftig noch mehr internationale Unternehmen, Fachkräfte und WissenschaftlerInnen anziehen. Die strategische Zusammenarbeit zwischen dem AIT und UAR mit PROFACTOR ist ein wesentlicher Meilenstein, den Standort abzusichern, weiter strategisch auszurichten und nachhaltig auszubauen. Auch international wird das zu noch mehr Erfolg führen“, ist LH-Stv. Strugl überzeugt.

28 EU-Projekte rund um Robotik hat das Steyrer Forschungsunternehmen PROFACTOR in den vergangenen zehn Jahren erfolgreich abgeschlossen. Mit seinen Einreichungen zu den teilweise stark überzeichneten Calls der Europäischen Union ist das Unternehmen überdurchschnittlich erfolgreich. Von der Performance der Steyrer Forschungsschmiede profitieren auch heimische Betriebe. 22 Unternehmen, vom KMU bis zum Konzern, waren in die Projekte eingebunden. Forschungsgelder von rund 15 Millionen Euro wurden von Brüssel an PROFACTOR vergeben.

„Wenn ein Unternehmen mit 75 MitarbeiterInnen wie PROFACTOR in einem Land wie Österreich bei einem Megathema wie Robotik reüssieren will, dann ist die intensive und seriöse Vernetzung mit den maßgeblichen Verbänden und Entscheidern in der Europäischen Union essenziell,“ sagt Dr. Christoph Breitschopf, Geschäftsführer von PROFACTOR. Dieser Verband bestimmt – in Abstimmung mit den politischen Entscheidungsträgern in Brüssel – maßgeblich, in welche Richtung sich die Robotik-Forschung der EU bewegt. Generalsekretär Reinhard Lafrenz war beim Robotic Talk im Rahmen des Interreg-Projektes Smart Factory Hub bei PROFACTOR in Steyr zu Gast, gemeinsam mit Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Strugl, Forschern der Johannes Kepler Universität Linz und Vertretern von High-Tech Unternehmen wie BRP-Rotax und Keba. „Die Weiterentwicklung von Robotik – vor allem in Kombination mit künstlicher Intelligenz – ist ein wesentlicher Standortfaktor für die Industrie. Die Vernetzung von Forschungseinrichtungen mit der Wirtschaft und die Koordination von regionaler Politik und der EU sind immens wichtig. Es freut mich, dass das heute in Steyr geschieht und dass das funktioniert“, betont Wirtschafts- und Forschungsreferent LH-Stv. Strugl.

EU definiert vier Felder für Forschung

Lafrenz präsentierte unter anderem, auf welche Forschungsthemen die EU rund um Robotik und Automatisierung setzt:

1. Gesundheit und Pflege: Robotik und Automatisierung in der Gesundheit und Pflege ist vor allem wegen dem demographischen Wandels ein Muss. Unter anderem soll der absehbare Mangel an Pflegefachkräften damit abgefedert werden.

2. Landwirtschaftliche Lebensmittelproduktion: Automatisierung in der Landwirtschaft ist unter anderem ein Beitrag dazu, den Einsatz von Chemie in der Lebensmittelproduktion zu reduzieren.

3. Wartung und Instandhaltung: Roboter sollen vor allem die gefährliche, umständliche oder teure Inspektion von Infrastrukturanlagen (Kanäle, Pipelines, Kraftwerke etc.) übernehmen.

4. Agile Produktion: Robotik in der Fabrik stellt den Menschen in den Vordergrund. Priorität hat die Unterstützung des Menschen in der Produktion und die Auslagerung ergonomisch gesundheitsschädlicher Prozesse an die Maschine – vor allem vor dem Hintergrund des demographischen Wandels. Die flexible und intelligente Maschine ist Voraussetzung für eine Produktion in Losgröße 1 und letztlich das essenzielle Argument für den Industriestandort Europa.

„Der Fokus von PROFACTOR entspricht seit Jahren der ‚EU-Ideologie’ in Sachen Robotik für eine agile und flexible Produktion,“ sagt Andreas Pichler, Chief Technology Officer von PROFACTOR. „Den Verantwortlichen ist klar: Jeder Fortschritt in Richtung intelligente Maschine und künstliche Intelligenz in der Forschung ist ein Schritt zur Sicherung des Industriestandorts Europa.“ Die Veranstaltung habe jedenfalls gezeigt, so Pichler, dass in Sachen Robotik-Forschung in Oberösterreich kein Weg an PROFACTOR vorbeiführt.

Fakten zu Robotik und Beschäftigten – Österreich ist Nummer 14

Weltweit (letzte Erhebung: 2016) sind in der Industrie im Schnitt 7,4 Roboter je 1.000 Beschäftigen im Einsatz. Europa hat bei diesem Wert mit 9,9 Robotern die Nase vorne, dahinter folgen Nord- und Südamerika mit 8,4 und Asien mit 6,3.
Auffallend divergierend sind die Werte in Europa: In Deutschland sind 30,9 robotische Einheiten pro 1.000 Beschäftigten im Einsatz, in Österreich 14,4, in Großbritannien 7,1 und in Polen lediglich 3,2. Österreich belegt mit dieser Quote weltweit immerhin Platz Nummer 14 in Sachen Robotisierung.

Generaldirektionen der EU arbeiten zusammen
Die Veranstaltung zeigt, dass verschiedene Generaldirektionen der EU sinnvoll zusammenarbeiten. Der Robotik Talk wurde vom Projekt Smart Factory Hub im Rahmen des Danube Transnational Programms (www.interreg-danube.eu/approved -projects/smart-factory-hub) ermöglicht (DG Regio – Commission for Regional Policy). Die Robotik-Forschung wir vor allem von der DG CNCT (Commission for Digital Agenda) und der DG RDT (Commission for Research, Innovation and Science) betrieben

Von 23. bis 27. April 2018 war das UAR Innovation Network bei der weltweit wichtigsten Industriemesse, der HANNOVER MESSE vertreten. Neun außeruniversitäre Forschungseinrichtungen präsentierten sich gemeinsam mit der Upper Austrian Research GmbH an einem Gemeinschaftsstand.

Die Hannover Messe Industrie (HMI) hat sich zum globalen Hotspot und internationalen Schauplatz der Digitalen Transformation der Industrie entwickelt. Hier präsentieren sich die weltweiten Key-Player im Bereich Industrie 4.0. Unter dem Motto „Integrated Industry – Connect & Collaborate“ leitet die Messe die nächste Generation von Industrie 4.0 ein. Dabei stehen u.a. Themen wie die Vernetzung von Industrial IT und Automation, Künstliche Intelligenz, Mensch/Maschine Interaktion, Predictive Maintenance, Sicherheit und Standards im Fokus.

UAR Innovation Network Stand – Halle 2, Stand 44

Das UAR Innovation Network steht für ein Netzwerk hochkarätiger außeruniversitärer Forschungseinrichtungen mit Bezug zu Oberösterreich. Neun Forschungsunternehmen aus dem Netzwerk präsentieren sich heuer gemeinsam bei der weltweit wichtigsten Industriemesse:

  • Linz Center of Mechatronics GmbH
  • Pro2Future GmbH
  • PROFACTOR GmbH
  • Research Center for Non Destructive Testing GmbH
  • RISC Software GmbH
  • Software Competence Center Hagenberg GmbH
  • CEST Kompetenzzentrum für elektrochemische Oberflächentechnologie GmbH
  • K1-MET GmbH – Metallurgisches Kompetenzzentrum
  • Leichtmetallkompetenzzentrum Ranshofen GmbH

 

Auf der HMI präsentierten PROFACTOR und Pro²Future ihre Expertise zur Optimierung von flexiblen Produktionssystemen. Der präsentierte Demonstrator zeigt einen Ansatz zur Produktionsfeinplanung mittels verteilter künstlicher Intelligenz. Software-Agenten arrangieren für die Aufträge möglichst günstige Zeitslots auf benötigten Produktionsmaschinen und optimieren die Pünktlichkeit der Aufträge.

(C) Iris Klöpper

Die Upper Austrian Research GmbH (UAR), die Leitgesellschaft für Forschung des Landes OÖ, richtet das Konzept eines Gemeinschaftsstandes bei der Hannover Messe Industrie nun bereits zum sechsten Mal aus. Die Industrieleitmesse hat sich für das UAR Innovation Network als ideale Plattform zur internationalen Vernetzung sowie Kooperationsanbahnung sehr bewährt.

 

Über 300 Besucher waren bei der Langen Nacht der Forschung am 13. April 2018 bei PROFACTOR und tritten unter anderem  gegen einem Roboter beim beliebten Spiel 4-gewinnt an. Es war nur eine der insgesamt zehn Stationen, bei denen die Besucher im Technologiehaus im Stadtgut Steyr erahnen können, wie die Zukunft der Arbeitswelt aussieht.

Es hat vor allem den Kindern gefallen, aber es ist weit mehr als ein Spiel.

Jahrzehnte nach den ersten intelligenten Schachcomputern klingt ein virtueller Gegenspieler bei einem vergleichsweise simplen Spiel wie 4-Gewinnt nicht sonderlich spektakulär. Doch der Roboter, gegen den die Besucher spielen, gibt einen Einblick in die Zukunft der Arbeitswelt. Er sieht, wann der Gegenspieler seinen Zug gemacht hat, er sucht sich einen Spielstein, die ungeordnet auf dem Tisch liegen und führt danach seinen Zug aus. „Das Spiel selbst zu programmieren ist längst keine Herausforderung“, sagt Andreas Pichler, CTO, bei PROFACTOR. Die Details machen den Aufbau interessant. Der Roboter ist lediglich mit einer Kamera ausgestattet, ansonsten gibt es bei dieser Anordnung keine Sensorik.

Wie die Zukunft in der digitalen Fabrik aussehen wird, das zeigten auch die anderen neun Stationen in den Labors des Forschungsunternehmens. Im „Cognitive Factory Lab“ mit dem Fokus auf intelligente Assistenzsysteme sahen die Besucher unter anderem, wie der Roboter beim Zusammenschrauben von Flugzeug-Leichtbauteilen hilft. Außerdem könnten modernste 3D-Drucker bei der Arbeit beobachtet werden und Tintenstrahldrucker,  die nicht auf Briefpapier, sondern mit speziellen Tinten elektrische Leiterbahnen drucken.

Am 28. Und 29. September fand im Museum Arbeitswelt in Steyr das mittlerweile dritte Symposium Add+it statt. Rund 130 Teilnehmer aus Industrie und Wissenschaft tauschten sich auf höchstem Niveau zum Thema Additive Fertigung und dem 3D-Druck von Kunststoffen aus.

 

Das Symposium Add+it fand zum dritten Mal statt, was ist dein Resümee zur Veranstaltung?

Dr. Thomas Fischinger: Das Format mit einer Mischung aus Vorträgen im Plenum und vertiefenden Sessions in kleineren Gruppen hat sich auch bei der dritten Auflage bewährt. Der Teilnehmer Mix aus Wissenschaft und Industrie war wieder sehr ausgewogen, das zeigt, dass wir die Veranstaltung gut gewichten.

 

Das Format und der Fokus auf Kunststoffe bleibt erhalten? 

Fischinger: Das ist ganz klar, dass wir uns bei der Vielfalt an Techniken auf den 3D Druck von Kunstoffen beschränken. Die Erfahrungen und das Know-How sind auch bei den Teilnehmern aus der Praxis sehr hoch. Die einzige Überlegung ist: wie können wir zusätzlich zum Symposium auf höchstem Standard Personen aus der Industrie einbinden, die sich zum Thema und den Möglichkeiten erstmals informieren wollen.

 

Was ist aus der Sicht der Arbeit von PROFACTOR erwähnenswert?

Fischinger: Der Druck von Polyolefinen, den wir im Projekt NextGen3D entwickeln, hat sehr große Aufmerksamkeit erregt. Das sollte auch im kommenden Jahr so sein, da wird das Projekt ja schon abgeschlossen sein.

 

Wie war das Feedback der Aussteller?

Fischinger: Durchwegs positiv. Sechs Druckerhersteller bzw. 3D-Druckdienstleister waren da, sie sind auf reges Interesse gestoßen und wir gehen davon aus, dass im kommenden Jahr noch der eine oder andere Austeller dazustoßen wird.

 

Es war bereits die dritte Add+it, ist die Veranstaltung im kommenden Jahr fix? 

Fischinger: Wir haben gemeinsam mit dem Mitveranstalter dem Institut of Polymer Product Engineering (Johannes Kepler Universität) die vierte Auflage bereits angekündigt. Sie soll erneut im Museum in Steyr stattfinden, da wir sehr gute Rückmeldungen zur Location und auch zur Stadt erhalten haben.

 

 

Hochkarätiges Konsortium unter der Koordination von PROFACTOR zieht österreichisches Leitprojekt an Land

Großer Erfolg für die Steyrer Forschungsschmiede PROFACTOR. Das Unternehmen erhält den Zuschlag für das nationale Leitprojekt im Rahmen der Initiative „Produktion der Zukunft“ des Infrastrukturministeriums. PROFACTOR koordiniert dabei drei Jahre lang 24 Partner aus Industrie und Wissenschaft. Im Mittelpunkt des Projekts steht die Entwicklung von Technologien, die den Menschen in der Produktion sinnvoll unterstützen. In die Entwicklung der Systeme werden die MitarbeiterInnen der Unternehmenspartner aktiv eingebunden. Die wissenschaftliche Leitung hat Professor Manfred Tscheligi (Center for Human-Computer Interaction der Universität Salzburg bzw. Austrian Institute of Technology).

„Industrie 4.0 betrifft nicht nur die Technik in der Fabrik, sondern auch die Leute, die damit arbeiten. Wir werden die Digitalisierung so nützen, dass unsere Betriebe und unsere Arbeitskräfte davon profitieren. Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag für sichere, gut bezahlte und erfüllende Arbeitsplätze in Österreich“, so Infrastrukturminister Jörg Leichtfried. Das Infrastrukturministerium fördert Forschung und Entwicklung im Bereich Industrie 4.0 mit rund 185 Millionen Euro jährlich.

„Der Zuschlag bestätigt, dass wir in den vergangenen Jahren mit der Forschung rund um Assistenzsysteme auf das richtige Pferd gesetzt haben“, sagt Andreas Pichler, technischer Geschäftsführer von PROFACTOR. In dem Forschungsunternehmen ist man überzeugt, dass Europa als Industriestandort nur dann reüssieren wird, wenn individualisierte Produkte zu marktfähigen Preisen erzeugt werden können.“ Die Produkte der Zukunft werden immer funktioneller und individueller. Auch Massenartikel werden künftig in Losgröße 1 produziert. Eine herkömmliche Produktion mit Massenfertigung bewältigt das aufgrund der fehlenden Flexibilität nicht.

Maschinen, die mitdenken, entscheiden über den Standort

„Nur Assistenzsysteme mit kognitiven Eigenschaften schaffen diesen Spagat zwischen Masse und Individualität,“ ist Pichler überzeugt. Das bedeutet: „Maschinen, die mitdenken, und den Menschen dann entlasten, wenn es darauf ankommt, sind die Lösung.“ Die menschenleere Fabrik sei für Europa jedenfalls KEINE Vision mehr. Pichler: „Für eine Fabrik mit assistierenden Maschinen – die vom Menschen auch akzeptiert werden müssen – liegt allerdings noch viel Arbeit vor uns.“ Die Synergie von Mensch und Maschine ist das zentrale Thema für zukünftige Produktionsumgebungen. Assistenz bedeutet das Eingehen auf spezielle Benutzungssituationen und dessen innovative Umsetzung“, betont Manfred Tscheligi in seiner Rolle als Wissenschaftlicher Projektleiter. „In dem Projekt werden dafür Assistenz-Units erforscht und entwickelt“.

MitarbeiterInnen müssen die Systeme akzeptieren

In dem Projekt werden mit den Partnerorganisationen modulare Einheiten mit spezifischen Assistenzfunktionen erforscht, die über den jeweiligen Use Case hinaus anderen Partnern bereitgestellt werden. In die Entwicklung der Lösungen werden die MitarbeiterInnen in den Unternehmen einbezogen.

„Assistenzsysteme nehmen den WerkerInnen einerseits monotone und belastende Arbeiten ab und helfen bei der Bewältigung der immer größer werdenden Variantenvielfalt“, sagt Pichler. „Andererseits muss vor der Implementierung klar evaluiert werden, wovor der Mensch berechtigt oder unberechtigt Angst hat und welche Art der Assistenz vom Menschen akzeptiert wird.“

Hochkarätiges Konsortium lässt viel erwarten

PROFACTOR hat in der Vergangenheit bereits unzählige nationale und internationale Forschungsprojekte koordiniert. Das gegenwärtige Projekt ist zweifelsohne eine der bisher größten Herausforderungen. „Das Konsortium mit der wissenschaftlichen Leitung durch ausgewiesene Expertise im Bereich Mensch-Maschine Kommunikation und die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen und facettenreichen Partnern decken ein breites Feld von Expertisen ab“, sagt Pichler. „Die Herausforderung ist groß, die Erwartungen dürfen es auch sein. Wer von Modellfabriken spricht, wird künftig an Steyr nicht herumkommen.“

 

Großer Wurf für das Innovationsland OÖ

„Die Koordination dieses Leitprojektes nach OÖ geholt zu haben, zeigt wieder einmal, dass Oberösterreich zu den Spitzenregionen im Bereich der industriellen Produktion zählt. Diese starke Position durch innovative Projekte weiter zu kräftigen, um sich im internationalen Wettbewerb zunehmend zu behaupten, ist für das Land zukunftskritisch“, freut sich LH-Stv. Mag. Thomas Stelzer. Oberösterreich ist in der bmvit-Förderschiene ‚Produktion der Zukunft‘ sehr erfolgreich unterwegs. 2013 bis 2015 wurden insgesamt rund 144 Mio. Euro für die Themen ‚Industrielle Fertigung‘ und ‚Werkstofftechnik‘ vergeben. Oberösterreich konnte mit rund 40 % einen enormen Anteil dieser Mittel ins Land holen.

„Auch im Zeitalter der Automatisierung steht der Mensch im Mittelpunkt. Automatisierung bringt mehr Produktivität und Effizienz – aber auch einen beachtlichen Strukturwandel. Dieses Projekt ermöglicht es, diesen Wandel nicht nur positiv zu begleiten, sondern aktiv zu gestalten und die Arbeitsbedingungen für Menschen in der Produktion enorm zu verbessern“, ergänzt LH-Stv. Stelzer.

Key-Player in der Produktionsforschung

„Dieses Leitprojekt bestätigt wieder einmal, dass das oberösterreichische Unternehmen für industrielle Innovation, PROFACTOR, ein wesentlicher Key-Player in der Produktionsforschung ist. Bereits bei der letzten FFG-Ausschreibung zu einem Leitprojekt im Bereich ‚Produktion der Zukunft‘ war PROFACTOR Teil des erfolgreichen Konsortiums für das Projekt im Bereich der Generativen Fertigung ‚addmanu‘, das im Mai 2015 gestartet wurde. Zudem spielt das Unternehmen eine zentrale Rolle in dem neuen COMET K1-Zentrum ‚Pro²Future‘, das im Sommer 2016 positiv evaluiert wurde und nun die Forschungsarbeit aufnimmt, um Produkte und Produktionssysteme mit menschenähnlichen, kognitiven Fähigkeiten auszustatten“, freut sich DI Dr. Wilfried Enzenhofer, MBA, Geschäftsführer der Upper Austrian Research, der Leitgesellschaft für Forschung des Landes OÖ, und Vorsitzender des Aufsichtsrats der PROFACTOR GmbH, über den Erfolg der Beteiligungsgesellschaft.

 

Ausschreibung
Produktion der Zukunft – 18.     Ausschreibung, Leitprojekt der FFG (Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft)

Titel
MAssist II – Assistenzsysteme in der Produktion im Kontext Mensch – Maschine Kooperation

Gesamtkosten:
rund 6,25 Millionen Euro, Förderung ca. 4 Mio. Euro

Im Rahmen der European Robotic Weeks fanden mehr als 830 Events in 30 Ländern statt.

PROFACTOR beteiligte sich dieser Jahr an der österreichweiten Langen Nacht der Roboter. Auch die Fachhochschule Technikum Wien, die Universität Innsbruck und die TU Wien öffnen ihre Robotik-Labors.

116 Besucher aller Altersgruppen haben diese Gelegenheit genutzt um einen Einblick in aktuelle Forschungsthemen der Robotik bei PROFACTOR zu bekommen.

Impressionen

 

 

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Ein bedruckter Turnschuh lässt Industrie staunen. 

Der Roboter ist nicht nur fit wie ein Turnschuh, er bedruckt sogar einen. Was vorerst nicht sonderlich spektakulär klingt, hat auf der Druckermesse InPrint in Mailand (15. bis 17. November 2016) für großes Aufsehen in der Druckindustrie gesorgt.

 Die „InPrint“ in Mailand ist eine Industriemesse. Lieferanten für die Druckindustrie präsentieren dort ihre Produkte. Das Steyrer Forschungsunternehmen PROFACTOR, eine Beteiligungsgesellschaft der Upper Austrian Research GmbH, wurde von einem französischen Partnerunternehmen eingeladen – und hat mit dem Prototyp eines Leichtbauroboters, der mit einem Inkjet-Druckkopf ausgestattet ist, für Aufsehen gesorgt.  Die Turnschuhe mit bedruckbarer 3D Haptic Beschichtung wurden von HUAFENG zur Verfügung gestellt.

Interesse von der Mode- bis zur Autoindustrie

„Wir haben bei Vertretern der Automobil- über die Luftfahrt- bis zur Modeindustrie Interesse geweckt“, sagt Michael Mühlberger, Physiker bei PROFACTOR. „Und das mit dem Bedrucken eines Turnschuhs durch einen Roboter.“ Der Hintergrund: Das Bedrucken gekrümmter Oberflächen und dreidimensionaler Objekte ist in der Industrie eine der nächsten großen Herausforderungen. Gegenstände wie Fußbälle, Schuhe oder ähnliches müssen im Produktionsprozess vor der Montage oder dem Zusammennähen gefärbt oder bedruckt werden. Eine individuelle Illustration von Gegenständen und 3D-Bauteilen ist aktuell nur in Ausnahmefällen machbar. Der Roboter von PROFACTOR zeigt: Die Oberfläche jedes einzelnen Bauteils kann individuell gestaltet werden – analog zu einem Druckauftrag an den Inkjet-Drucker im Büro. Markus Ikeda, Mechatroniker bei PROFACTOR, sagt: „Das ist, was die Industrie sucht, eine Lösung für individuelle Gestaltung zu den Kosten von in Massenproduktion hergestellten Gütern.“

 

Prototyp stammt aus einem nationalen Leitprojekt

Der Prototyp entstand in dem von der FFG und dem BMVIT geförderten nationalen Forschungsprojekt „addmanu“, dem Leitprojekt zur Erforschung, Entwicklung und Etablierung der Generativen Fertigung in Österreich. Der Projektpartner TIGER Coatings entwickelte die funktionalen Tinten. PROFACTOR erforscht im Projekt nicht nur das dekorative Bedrucken von 3D-Bauteilen, sondern auch deren Funktionalisierung. Die Funktionalisierung von Oberflächen – unter anderem mit nanotechnologischen Methoden – gilt als Schlüssel für innovative Produkte mit individuellen und unverwechselbaren Eigenschaften. Solcherart gefertigte Produkte werden zudem wegen des hohen Technologiegehalts kaum von Produktpiraterie betroffen sein.

 

PROFACTOR forscht in dem von 2015 bis 2018 laufenden Projekt „addmanu“ mit mehr als 20 Partnern.

www.addmanu.at